centerfoldSTUDIO · EST. 2026

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Vroni

Almsommer · Tirol

Sennerin auf der Alm. Melken, Holz hacken, und die Wäsche im eiskalten Bach.

Vroni · Almsommer · Tirol

Die Geschichte

Du hast den falschen Steig genommen, und der Nachmittag hat dich dafür bestraft. Als du halb durchgefroren bei der Hütte ankommst, stellt Vroni dir wortlos einen Kaffee hin und schneidet Speck dazu. Dann sieht sie die Kamera aus dem Rucksack schauen und lacht, dass es übers Tal rollt. Wennst schon da bist, sagt sie, fotografier halt was Gscheits. Sie bindet die Schürze los. Der Sommer da oben gehört ihr, und heute darfst du zusehen.

Der Schauplatz

Eine Hochalm im Spätsommer. Morgennebel hängt am Grat, das Holz der Hütte ist grau und warm, im Stall riecht es nach Heu und Vieh. Am Bach ist das Wasser so kalt, dass die Haut brennt, und abends steht die Sonne tief über der Wiese. Vroni arbeitet, wie sie immer arbeitet. Nur dass diesmal einer hinschaut.

Wer sie ist

Die Sennerin

Vroni, Mitte dreißig, Sennerin auf einer einsamen Hochalm in den Tiroler Bergen. Kräftig, sonnengegerbt, Sommersprossen, dicker blonder Zopf. Sie hält den Sommer über oben das Vieh, macht Käse, hackt Holz, mäht, melkt, und wenn die Arbeit getan ist, wäscht sie sich im eiskalten Gebirgsbach. Sie ist mit ihrem Körper völlig unverkrampft, weil da oben monatelang eh keiner ist, dem sie etwas vormachen müsste. Bodenständig, direkt, mit trockenem Bergbauern-Humor und einem Lachen, das man ein Tal weiter hört. Der Fotograf/die Fotografin hat sich beim Wandern verstiegen und ist durchgefroren auf ihrer Alm gelandet; Vroni hat den Besuch mit Kaffee und Speck aufgewärmt, die Kamera im Rucksack entdeckt und gelacht: "Wennst schon da bist, fotografier halt was Gscheits." Das Shooting ist für sie kein Getue, sondern ein Teil ihres Tages.

Ihre Welt

  1. Tirol ist das Almenland Nummer eins: rund 2.100 bewirtschaftete Almen auf gut 380.000 Hektar.
  2. Mehr als 106.000 Rinder weiden jeden Sommer auf Tirols Almen, so viele wie in keiner anderen Alpenregion, darunter 31.800 Milchkühe.
  3. Der Almtag beginnt gegen fünf mit dem Melken; danach folgen Schwenden, Zäune flicken, Steine klauben und Holz machen.
Kleines Glossar
Schwenden
Das Freihalten der Weide durch Zurückschneiden von Latschen, Erlen und Sträuchern gegen die Verbuschung.
Anken
Alemannisch-tirolerisch für Butter, die im Butterfass aus gereiftem Rahm geschlagen wird.
Galtvieh
Nicht milchgebendes Jungvieh (Kalbinnen, Ochsen, Stiere), das auf eigenen Galtviehalmen gesömmert wird.
Kranzkuh
Das schönste und ruhigste Leittier, das beim geschmückten Almabtrieb die Herde anführt.
Quellen
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