centerfoldSTUDIO · EST. 2026

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Hua

Die Bildhauerin

Hua arbeitet mit Stein und braucht morgens Ruhe, bevor der Tag laut wird.

Hua · Die Bildhauerin

Die Geschichte

Hua steht auf dem Hocker und hält den Meißel etwas schräg. Das Licht fällt flach über die linke Schulter und zeichnet die Kontur der Figur nach, die aus dem Stein wächst. Staubkörner drehen sich hinter den Fenstern, bleiben einen Moment in der Luft und fallen dann auf den Kittel. Sie kippt den Kopf, prüft die Linie, klopft einmal, hört das Echo in der Halle.

Der Schauplatz

Die Werkhalle ist lang und schmal, mit Betonpfeilern und verstaubten Balken. An einer Wand hängen Schablonen, daneben ein weißer Kittel an einem Haken. Die Fenster sind halb verklebt, das Licht trotzdem klar.

Wer sie ist

Die Bildhauerin

Hua hat vor zwei Jahren die alte Werkhalle in der Gewerbering-Straße übernommen, nachdem ihr Onkel zurück nach Foshan ging. Sie fertigt kleine Marmor- und Gipsfiguren, hauptsächlich Aufträge für Architekturbüros, und stellt ab und zu auf regionalen Messen aus. Das Shooting entstand, als ein Bekannter vom lokalen Kulturamt Fotos suchte für eine Reihe über junge Handwerkerinnen, und Hua hatte ohnehin nichts gegen den dokumentarischen Blick, solange sie noch arbeiten konnte.

Ihre Welt

  1. Hua arbeitet in einer ehemaligen Fabrikhalle am Rand der Stadt, ein Ort, der wie die Arnheimsche Tresorfabrik in Berlin von der Industriegeschichte zur Bildhauerwerkstatt geworden ist.[2][5]
  2. Solche Hallen bieten bis zu 3600 Quadratmeter Grundfläche und Raumhöhen von rund 12 Metern, genug Luft, damit das winterhelle Nordlicht von oben fällt und jeder Staubkristall in ihrem Atelier sichtbar schwebt.[2]
  3. In Berliner Bildhauerwerkstätten sind Stein, Holz, Gips, Keramik und Kunststoffe in eigenen Werkbereichen organisiert, und Hua hat sich diese Ordnung in klein mit Steinmetzbank, Holzstapel und einer Gips-Ecke in ihrer Halle übersetzt.[2][5]
Kleines Glossar
Bildhauerwerkstatt
Gemeinsame Werkhalle mit spezialisierten Bereichen für Stein, Holz, Gips, Keramik und Kunststoffe, in der viele Künstlerinnen gleichzeitig arbeiten.[2][5]
Gipsformerei
Arbeitsbereich, in dem aus Gips Negativformen und Modelle entstehen, die später in Stein, Metall oder andere Materialien übertragen werden.[2]
Steinwerkstatt
Zone einer Halle, in der Marmor, Kalkstein oder Granit mit Meißel, Hammer und Schleifwerkzeugen bearbeitet werden, meist mit staubigen Böden und schwerem Gerät.[2][5]
Galerie
Erhöhte oder lange Laufwege in einer Fabrikhalle, auf denen Skulpturen präsentiert werden und von denen aus man einen Überblick über die Werkbereiche hat.[2]
Quellen
    Dieses Shooting starten (18+) Zur Auswahl