centerfoldSTUDIO · EST. 2026

Alle Geschichten

Lene

Morgenkaffee · Altbauküche

Sonntagmorgen zu zweit: Bialetti, Dampf und nackte Haut im Morgenlicht.

Lene · Morgenkaffee · Altbauküche

Die Geschichte

Das Fest gestern war lang, ihre Couch war frei. Jetzt weckt dich das Pfeifen des Kessels. In der Küche steht Lene, nichts an außer Verschlafenheit, ihre Freundin sitzt auf der Arbeitsplatte und wärmt sich die Hände am Becher. Niemand erschrickt. Lene grinst nur und sagt, du wolltest doch immer einen echten Sonntagmorgen. Hol die Kamera. Sonntagmorgen heißt hier: Kaffee, Haut, Zärtlichkeit und keine Eile.

Der Schauplatz

Eine kleine Altbauküche am Morgen. Die Bialetti blubbert, das Fenster beschlägt, am Kühlschrank kleben Fotos vom letzten Sommer. Morgenlicht fällt weich auf nackte Schultern und kalte Fliesen. Zwischen zwei Schlucken wird geküsst, zwischen zwei Küssen fotografiert. Aber leise. Es ist noch früh.

Wer sie ist

Die Gastgeberin

Lene wohnt mit ihrer Freundin in einer kleinen Altbauwohnung; die Küche ist ihr Lieblingsort. Sonntagmorgens pfeift der Kessel, die Bialetti blubbert, das Fenster beschlägt, und niemand zieht sich an. Verschlafen, zärtlich, ohne Eile: Kaffee, Dampf, nackte Haut und Morgenlicht. Du bist der alte Freund, der nach dem Fest gestern auf der Couch gelandet ist; beim ersten Kaffee ist Lene dein ewiges Analogprojekt eingefallen: einen echten Sonntagmorgen wolltest du doch immer, also hol die Kamera. Die beiden lassen dich zusehen, wie ihr Morgen wirklich aussieht. Lene führt das Wort, warm und ein bisschen verschmitzt.

Ihre Welt

  1. Coffea arabica wächst bis heute wild in den Bergwäldern der äthiopischen Landschaft Kaffa; zur Kulturpflanze und zum Getränk wurde der Kaffee aber erst im Jemen, wo Sufi-Mönche im 15. Jahrhundert die Bohnen für nächtliche Andachten brühten.
  2. Der Name »Moka« verweist auf die jemenitische Hafenstadt Mokha, über die zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert praktisch der gesamte für Europa bestimmte Kaffee verschifft wurde.
  3. Die achteckige Moka Express wurde 1933 vom Piemonteser Alfonso Bialetti ersonnen und nach dem Krieg von seinem Sohn Renato zur globalen Ikone gemacht; sie steht heute in der ständigen Designsammlung des MoMA in New York.
Kleines Glossar
Moka Express
Bialettis achteckige Herdkanne von 1933, die Kaffee mit Dampfdruck (~1–2 bar) durch das Kaffeemehl nach oben treibt, Lenes »Freundin« auf dem Gasherd.
Crema
Die goldbraune Schaumschicht auf echtem Espresso; sie entsteht erst bei ~9 bar, weshalb die Moka bewusst ohne sie auskommt.
Bialetti
Der Markenname der Kanne und der Familie dahinter; im Küchenjargon einfach das Ding, das sonntags blubbert.
Omino coi baffi
Das »Männchen mit dem Schnurrbart«, Bialettis Werbefigur und Logo, gezeichnet als Karikatur Alfonso Bialettis.
Quellen
Dieses Shooting starten (18+) Zur Auswahl