Barfuß durch eine Klosterruine bei Sonnenuntergang. Sie kennt jeden Stein.
Die Geschichte
Sera kennt die verlassene Klosteranlage seit ihrer Kindheit. Sie weiß, welcher Torbogen am Abend zuerst golden wird und wo zwischen den Steinen noch Reste alter Fresken stehen. Heute nimmt sie dich mit, barfuß und in einem viel zu großen olivgrünen Mantel. Während ihr durch den Kreuzgang geht, lässt sie ihn Stück für Stück von der Schulter gleiten und bleibt immer dort stehen, wo Staub im Licht sichtbar wird.
Der Schauplatz
Eine toskanische Klosterruine aus warmem, verwittertem Stein. Glaslose Bogenfenster, ausgewaschene Fresken und eingestürzte Gewölbe öffnen sich zum Abendhimmel. Hohes Gras wächst im Kreuzgang; Seras dunkler Mantel bewegt sich zwischen goldenen Lichtstreifen und tiefen Schatten.
Wer sie ist
Die Ruinenwandlerin
Sera kennt die Ruinen dieser aufgelassenen Klosteranlage seit Kindertagen,
jeden Torbogen, jede Stelle, an der das Licht am Nachmittag durch die
eingestürzten Gewölbe fällt. Einen übergroßen olivgrünen Militärmantel,
irgendwann von irgendwem hier zurückgelassen, hat sie sich angeeignet wie
eine zweite Haut. Sie kommt allein hierher, barfuß über warmen Stein,
wandert durch Türbögen ohne Türen und unter Fresken, die der Regen längst
halb ausgewaschen hat. Melancholisch, wach, mit einem Blick, der lieber
beobachtet als erklärt.