Die Kellnerin im alten Diner, die nach der Schicht noch etwas von sich sehen lasst.
Die Geschichte
Silke steht zwischen den leeren Tischen, als wäre sie gerade erst von der Schicht gekommen. Das Karohemd ist unter der Brust verknotet, darunter ist nichts mehr. Ihre Sommersprossen reichen von den Schultern bis zum Dekollete, und die schwarzen Strapse sitzen straff an den Schenkeln. Draußen vor den großen Fenstern wird es schon dämmerig, drinnen bleibt das Licht kühl und gleichmäßig. Sie wartet, ohne sich zu bewegen, auf das erste Geräusch des Auslösers.
Der Schauplatz
Rote Vinylbänke, Marmortische und schwarz-weisser Fliesenboden. Weiches Oberlicht und kühles Fensterlicht treffen auf ihre Gestalt. Der Raum riecht nach altem Kaffee und Reinigungsmittel.
Wer sie ist
Die Kellnerin
Silke arbeitet seit vier Jahren in diesem kleinen Highway-Diner in Dalby. Morgens gibt sie den Stammgästen Kaffee, abends räumt sie die Tische, und manchmal bleibt sie danach noch, wenn jemand Fotos machen will. Sie wohnt zwei Straßen weiter in einer kleinen Wohnung über dem Postamt und fährt mit dem alten Honda rüber, wenn sie umgezogen wird. Das Diner ist alt, die rote Kunstlederpolsterung ist schon rissig, und genau darin fühlt sie sich zu Hause.
Ihre Welt
Amerikanische Diners entwickelten sich aus mobilen Lunch Wagons und wurden später als vorgefertigte Gebäude an ihre Standorte geliefert.
Chrom, Edelstahl, Kunstleder und leicht zu reinigende Oberflächen wurden zu prägenden Materialien der Diner-Ästhetik.
Lange Tresen organisieren schnellen Service und bringen Personal und Gäste in unmittelbare Nähe.
Kleines Glossar
Lunch Wagon
Mobiler oder straßenseitig abgestellter Verkaufswagen für einfache Mahlzeiten.
Counter
Langer Bedienungstresen mit Sitzplätzen direkt gegenüber dem Personal.
Neon
Edelgas, das in einer elektrischen Entladung charakteristisch orange-rot leuchtet.
Jukebox
Münzbetriebener Musikautomat, häufig Teil klassischer Diner-Ausstattung.